DruckansichtSucheSitemapImpressumenglische Version

Neue städtische Klimaschutz-Strategie

 

OB Salomon:

Klimaschutz nützt allen

Weg konsequent fortsetzen

Pressemitteilung der Stadt Freiburg vom 18.6.2007

 

OB Salomon:

Klimaschutz nützt allen

Weg konsequent fortsetzen

 

Erfolgreiches Förderprogramm „Wärmeschutz im Altbau“

Neues Förderprogramm „Energiebewusst sanieren

2007/08“ mit zusätzlichen Förderschwerpunkten:

Sanierung nahezu auf Passivhaus-Standard, Heizungsoptimierung,

Energieberatung, Solarthermie, Blockheizkraftwerke

 

Instrumente zur Umsetzung der Klimaschutz-Ziele in

Stadtentwicklung und Bauleitplanung:

Frühzeitige Erstellung von Energiekonzepten

Projekte mit Vorbildcharakter

 

Um den lokalen Klimaschutz weiter voranzutreiben, schlägt

die Verwaltung dem Gemeinderat zwei Maßnahmen-Pakete

im für den Klimaschutz besonders bedeutsamen Bereich des

Gebäudebestandes und der Neubauten vor. Dabei geht es

zum einen um ein neues Förderprogramm für Altbauten, Heizungsoptimierung,

Energieberatung, Solarthermie und Blockheizkraftwerke,

das bundesweite Fördermöglichkeiten ergänzt

und optimiert. Zum anderen geht es um Instrumente zur Umsetzung

von Klimaschutz-Zielen in Stadtentwicklung und Bauleitplanung.

Umweltausschuss und Bauausschuss haben letzte

Woche über die Vorschläge diskutiert. Der Gemeinderat

entscheidet am 10. Juli.

 

Das Erfolgsmodell: Förderprogramm „Wärmeschutz im

Altbau“

 

Seit dem Jahr 2003 gibt es das städtische Förderprogramm

„Wärmeschutz im Altbau“. In der Pilotphase noch gefördert

durch den Innovationsfonds der badenova, hat der Gemeinderat

in den Folgejahren Mittel in Höhe von jährlich 300.000

Euro bewilligt. „Der Erfolg ließ nicht auf sich warten: Insgesamt

konnten durchschnittlich 38 Prozent der bisher verbrauchten

Heizenergie in den energetisch sanierten Gebäuden

eingespart werden. Das sind jährlich rund 2,5 Millionen

Kilowattstunden Heizenergie, was etwa der Hälfte der jährlichen

Wärmeerzeugung des Blockheizkraftwerks (BHKW) im

Freiburger Theater entspricht“, erläuterten Oberbürgermeister

Dieter Salomon und Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik

heute gegenüber der Presse. Damit werden jährlich rund

2.100 Tonnen Kohlendioxid (CO2) dauerhaft eingespart. Insgesamt

wurden bis heute 230 Gebäudesanierungen gefördert.

 

„Die Erfahrung zeigt aber auch, dass sich durch das Förderprogramm

höhere Baustandards bei Gebäudesanierungen

durchgesetzt haben“, erläuterte Salomon. „Gleichzeitig

bedeutet es einen Investitionsschub von rund 5,3 Millionen

Euro in der energetischen Gebäudesanierung von Altbauten

und ein entsprechend großes Auftragsvolumen insbesondere

für das hiesige Handwerk. Insgesamt löste die Förderung

etwa das 12,5-fache an Investitionen aus. Unter dem Strich

kann man also sagen: Klimaschutz nützt allen. Deshalb wollen

wir diesen Weg konsequent fortsetzen.“

 

Um die Potenziale im Gebäudebestand noch weiter auszuschöpfen

und an die bisherigen guten Ergebnisse anzuknüpfen,

wurde das städtische Förderprogramm weiter entwickelt.

In seiner neuen Fassung ist es ein wichtiger Baustein, um das

aktualisierte ehrgeizige Ziel einer CO2-Minderung von mindestens

30 Prozent bis zum Jahr 2030 zu erreichen.

 

Die Bedeutung des Wärmeschutzes gerade für den kommunalen

Klimaschutz verdeutlichen folgende Zahlen eindrücklich:

Rund 75 Prozent der in den Privathaushalten eingesetzten

Energie werden für die Heizung und für Warmwasser verbraucht.

Nach einer Studie des Forschungszentrums Jülich werden

bundesweit nur 32 Prozent des Einsparpotenzials genutzt,

weil Sanierungen verschoben werden, oft ohne Dämmung

saniert wird oder die Sanierungsqualität unzureichend ist.

 

Neues Programm „Energiebewusst sanieren 2007/08“

setzt zusätzliche Schwerpunkte

 

Hintergrund für die Neuausrichtung der städtischen Förderrichtlinien

sind auch die geänderten Förderbedingungen des

Bundes. Bisher hat die zuständige Kreditanstalt für Wiederaufbau

(KfW) nur zinsgünstige Kredite gewährt, seit Anfang

2007 gibt es zusätzliche Zuschüsse. Da eine Doppelförderung

aus Sicht der städtischen Fachleute vermieden werden soll,

wird das städtische Programm „Energiebewusst sanieren

2007/2008“ mit neuen Schwerpunkten aufgelegt. Ziel ist es,

vor allem durch Öffentlichkeitsarbeit und Beratungsunterstützung

möglichst viele Bundesmittel nach Freiburg zu lenken,

Lücken im Bundesprogramm zu schließen sowie energetisch

hochwertige Maßnahmen besonders zu unterstützen.

 

Öffentlichkeitskampagne informiert über Fördermaßnahmen

 

Eine auf 20.000 Euro veranschlagte Öffentlichkeitskampagne

mit Veranstaltungen in allen Stadtteilen soll die Fördermaßnahmen

der Stadt und des Bundes sowie deren Kombinationsmöglichkeiten

aufzeigen.

 

Beratung konkret mit dem Paket „Energiepass plus Beratung“

 

Mit dem Paket „Energiepass plus Beratung“ (Umfang: 20.000

Euro) will die Stadt Interessierten bei ihren Investitionen mit

Ortsterminen und konkreten Vorschlägen frühzeitig beratend

zur Seite stehen. Die Anforderungen sind bewusst höher als

im Energiepass, der ab 2008 bundesweit vorgeschrieben ist.

Ziel ist es, höherwertige Sanierungen anzustoßen und verstärkt

Fördermittel des Bundes nach Freiburg zu holen.

 

Passivhaus-Standard als Ziel: Zuschussprogramm „Passiv

verbrauchen – aktiv lernen“

 

Das Modellprojekt „Niedrigenergiehaus im Bestand“ der Deutschen

Energieagentur (dena) fördert Sanierungen nahezu auf

den Passivhaus-Standard. Um die potenzielle Zielgruppe

möglichst vollständig zu erfassen, will die Stadt Freiburg das

Zuschussprogramm „Passiv verbrauchen – aktiv lernen“ einrichten,

mit 110.000 Euro ausstatten und dort fördern, wo das

Modellprojekt nicht mehr greift. Auf die Ergebnisse der Projektbegleitung

können Architekten und Bauträger als Multiplikatoren

zugreifen. Dafür stehen auch Mittel für die Qualitätskontrolle

und Dokumentation bereit. Um eine Doppelförderung

auszuschließen, werden die städtischen Richtlinien entsprechend

formuliert.

 

„Wärmeschutz im Altbau“ – Zuschüsse für besondere

Zielgruppen

 

Städtische Zuschüsse für eine Altbausanierung gibt es künftig

nur noch für Zielgruppen mit besonders schwierigen Antragsvoraussetzungen.

Dazu zählen beispielsweise Objekte wie

Wohnungseigentumsgemeinschaften ab fünf Eigentümern,

Komplettsanierungen von Reihenhausreihen oder denkmalgeschützte

Häuser. Einzelmaßnahmen - wie zum Beispiel

Dachsanierungen – werden nur für diese Zielgruppen nach

wie vor unterstützt. Da die KfW nur Paketlösungen fördert,

springt die Stadt hier mit ihrem Programm „Wärmeschutz im

Altbau“ (Umfang: 60.000 Euro) ein und schließt damit eine

wesentliche Lücke im KfW-Förderprogramm.

 

Förderung von Solarthermie und Blockheizkraftwerken

 

Zusätzlich wird es Förderungen für erneuerbare Energien sowie

effiziente Energieversorgung geben: Solarthermie-

Anlagen für Alt- und Neubauten auf städtischen Grundstücken

und im Gewerbe erhalten einen pauschalen Zuschuss. Auch

mittlere Blockheizkraftwerke sollen Zuschüsse erhalten. Insgesamt

stehen dafür 60.000 Euro zur Verfügung. Dabei

nimmt man angesichts der hohen Investitionskosten bei

gleichzeitig großer CO2-Minderung eine gewisse Doppelförderung

bewusst in Kauf.

 

Über die Fördermöglichkeiten informiert das Umweltschutzamt,

Abteilung Technischer Umweltschutz, Iris Basche,

Telefon 0761/201-6145, E-Mail

iris.basche@stadt.freiburg.de.

 

 

Instrumente zur Umsetzung der Klimaschutzziele in

Stadtentwicklung und Bauleitplanung

 

Parallel zu Fördermaßnahmen ist die frühzeitige Berücksichtigung

energetischer und klimaschutzrelevanter Aspekte in der

Stadtentwicklung und der Bauleitplanung ein wesentlicher

Bestandteil der Stadtentwicklung. „Auf diese Weise kann die

Kommune dem besonderen Gewicht des Klimaschutzes in

einer nachhaltigen Stadtentwicklung Rechnung tragen“, so

Norbert Schröder-Klings, Leiter des Referats für Stadtentwicklung

und Bauen.

 

Grundlegende Festlegungen für den Energiebedarf eines

Wohngebiets werden bereits mit dem ersten Entwurf eines

Bebauungsplans getroffen. So wirken sich Gebäudezuschnitt,

-anordnung und –orientierung sowie Verschattung und Ausrichtung

oder Neigung der Dachflächen auf die Wirksamkeit

von Solartechnik und den Energiebedarf von Gebäuden aus.

Deshalb wird das Stadtplanungsamt künftig systematisch

darauf achten, dass diese Aspekte von Anfang an berücksichtigt

werden. Gleichzeitig werden zwei noch auszuwählende

Entwürfe von Fachbüros auf solare Optimierung hin überprüft

und die Ergebnisse für künftige Planungen berücksichtigt.

 

Die solaren Aspekte sind im konkreten Fall mit anderen städtebaulichen

Gesichtspunkten wie dem schonenden Umgang

mit Grund und Boden oder der Erhaltung von Durchlüftungsschneisen

abzuwägen.

 

Nach Einschätzung von Schröder-Klings sind textliche Festsetzungen

in Bebauungsplänen, die zum Beispiel die solaren

Aspekte abbilden, sowie Regelungen in städtebaulichen

Verträgen die zentralen stadtplanerischen Instrumente mit

Auswirkung auf den Klimaschutz.

 

Dazu werden in Zukunft Energiekonzepte für alle neuen Baugebiete

in einem möglichst frühen Stadium erstellt und in den

Planungsprozess einbezogen. Die Energiekonzepte untersuchen

unterschiedliche Versorgungsvarianten und berücksichtigen

dabei vor allem auch Lösungen mit zentraler (Nahwärme-)

Versorgung des jeweiligen Gebiets. Dazu zählen auch

Varianten mit Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbaren Energien.

Wenn eine umweltfreundliche Variante nicht mehr als

zehn Prozent teurer ist als eine herkömmliche Erdgasversorgung,

ist diese umzusetzen. Das regelt ein städtebaulicher

Vertrag.

 

Erfahrungsgemäß ist gerade bei neuen Baugebieten mit einer

Vielzahl von Eigentümern die Umsetzung einer zentralen Versorgungsvariante

nicht einfach. Hier sucht die Verwaltung

noch nach praktikablen Wegen.

 

Kommunen werden nicht nur an ihren klimapolitischen Zielen

gemessen sondern auch daran, wie sie im eigenen Handlungsbereich

ihre Vorbildfunktion wahrnehmen. In Freiburg

haben beispielhafte und innovative Wohngebiete Tradition.

Dazu zählen neben den Stadtteilen Rieselfeld und Vauban

einschließlich Solarsiedlung auch Projekte der Freiburger

Stadtbau. Um Freiburgs Ruf als Umwelt- und Solarstadt weiter

zu stärken, sollen künftig Projekte mit Vorbildcharakter

für die Klimaschutz entwickelt werden – insbesondere im

Rahmen der Bauleitplanung für Flächen im Eigentum der

Stadt, der städtischen Gesellschaften oder der kommunalen

Stiftungen. Das können Gebiete mit solarer Nahwärme, Nullemissionsgebiete,

kleine Passivhaus-Gebiete oder Teilgebiete

sein. Zugunsten größtmöglicher planerischer Freiheit sind

auch Vorgaben von Zielwerten für den Energieverbrauch eines

Areals vorstellbar. Dabei müssen die finanziellen Belastungen

für den städtischen Haushalt beziehungsweise für private

Bauherren in einem wirtschaftlich akzeptablen Rahmen

bewegen. Vorschläge für innovative Baugebiete wird die Verwaltung

in den Jahren 2008 und 2009 vorlegen.

 

Bereits seit dem Jahr 2005 gibt es die Regelung, dass Bauwillige,

die Passivhäuser errichten möchten, bei gleicher Angebotshöhe

bei der Vergabe bevorzugt werden. Nach Fertigstellung

erhält man für ein Einfamilienhaus einen städtischen

Förderbetrag von 4.000 Euro, für ein Mehrfamilienhaus eine

Summe von 6.000 Euro. Zusätzlich wird nun die regenerative

Solarthermie gefördert. Das gilt sowohl für die Warmwasserbereitung

als auch für die Heizungsunterstützung. Die Förderung

ist nach Anzahl der Wohnungen je Gebäude sowie Art

der Solarthermie gestaffelt und reicht von 500 Euro für die

Warmwasserbereitung eines Einfamilienhauses bis zu 2.500

Euro für die Heizungsunterstützung ab sechs Wohneinheiten.

 

Darüber hinaus wird die Niedrigenergiebauweise nach Freiburger

Standard, die bisher für städtebauliche Verträge nur

empfohlen wurde, künftig für Wohngebäude auch bei privaten

Grundstücken verbindlich festgeschrieben. Denn Niedrigenergiebauweise

gilt mittlerweile in Freiburg als Standard.

Und die gestiegenen Energiepreise führen dazu, dass sich die

damit verbundenen höheren Baukosten in kürzerer Zeit amortisieren.

Bisher war die Niedrigenergiebauweise nur bei städtischen

Grundstücken verbindlich umzusetzen.

 

Presse- und Öffentlichkeitsreferat

Rathausplatz 2 – 4 • 79098 Freiburg

Tel.: 07 61 / 2 01 - 13 10

Fax: 07 61 / 2 01 - 13 99

Internet: www.freiburg.de

E-Mail: pressereferat@stadt.freiburg.de

-------------------------------------------------------------

Martina Schickle, Tel.: 07 61 / 2 01 – 13 50

E-Mail: Martina.Schickle@stadt.freiburg.de