Sehr erfolgreiche Veranstaltungen des Samstags-Forums Regio Freiburg am 3. Passivhaustag
Großartige Beispiele zu Passivhäusern – 90 Prozent Heizenergieeinsparung gut realisiert
Auch die zweite Gemeinschaftsveranstaltung des vom gemeinnützigen Freiburger Verein initiierten Samstags-Forums Regio Freiburg zu Klimaschutz mit Passivhäusern am 11.11. in der Universität Freiburg und den anschließenden Führungen war in Zusammenarbeit mit der Energieagentur Regio Freiburg und unter anderem dem u-asta der Universität sehr gut besucht mit rund 100 Personen, darunter 30 Studierende sowie BürgerInnen und einige Fachleute aus Freiburg und Umland. Dipl.-Ing. Rainer Schüle, Geschäftsführer der Energieagentur Regio Freiburg, stellte zunächst den Milliardenmarkt und die aktuelle Kampagne in der Region zur Energiesparung im Altbau und zum Ausbau der erneuerbaren Energien vor. Architekt und Ingenieur Meinhard Hansen erläuterte anhand Passivhäusern die gerade begonnene Zukunft des modernen stark energiesparenden, klimaschützenden Bauens. Nur noch umgerechnet 1,5 Liter Heizöl als Endenergie verbrauchen solche Gebäude pro Quadratmeter und Jahr, haben also fast keine Heizkosten mehr. Sie sehen inzwischen auch architektonisch reizvoll aus, wie Hansen mit einigen Freiburger Beispiele nachwies. Mit dem behaglichen Wohngefühl und der guten Luft im Passivhaus haben sich die inwischen Tausende Bewohner solcher Häuser, auch seine eigene Familie, sehr angefreundet. Kernpunkte sind besonders dicke Wärmdämmung, spezielle Fenster,die sich durchaus öffnen lassen, ausgeklügelte intelligente Lüftung mit 90 Prozent Wärmrückgewinnung aus der Abluft, die Dichtigkeit der Gebäudehülle gegen Zugluft, sowie passive Solarenergienutzung. Auch mit Warmwasser, meist von Solarwärmeanlagen bedient, und beim Strom wird bei Passivhäusern viel effizienter umgegangen. Sonst lägen diese beiden Punkte als Primärenergieeinsatz berechnet mehrfach höher als der restliche Heizenergieverbrauch.
Die anschließende Exkursion zu großartigen Passivhaus-Vorbildern in der Lorettostr. und der Freiburg-Haslacher Rislerstraße zeigte, dass auch bei Altbauten rund 90 Prozent Heizenergieeinsparung haustechnisch gut realisierbar und wirtschaftlich vertretbar sind. Wie die Architekten und Ingenieure Herbert und Petra Grießbach, Freiburg, den sehr interessierten Bürgern und Studierenden auch im Detail zeigten, sind beim Altbau, hier ein Stadthaus mit Ladengeschäft und Hinterhaus aus dem 19. Jahrhundert, allerdings viele besondere Vorkehrungen nötig, um zu einem sehr guten Ergebnis zu kommen. Durch Dachaufstockung in Holzbauweise konnte auf dem sehr kleinen Grundstück auch die Wohnfläche um 50 Prozent und im Wohnwert stark erhöht werden. Hierzu tragen nicht nur die Aussicht von den Obergeschossen, sondern an der vielbefahrenen Straße auch die exzellent schalldämmenden Fenster bei.
Ähnlich ist auch beim Wohnblock der Freiburger Stadtbau Rislerstr. 1-5 mit 18 Wohnungen in Freiburg Haslach ein deutschlandweites Vorbild gelungen, wie die Ingenieure Lenz aus Umkirch und Ertmer von der Stadtbau den BesucherInnen zeigten. Auch hier wurde der Heizenergieverbrauch auf ein Zehntel gesenkt. Die Energiesanierung ging sogar ohne Auszug der Bewohner vonstatten, erhöhte den Wohnkomfort, senkte die Energiekostenkosten von 9,40 auf 3 Euro pro Monat und Quadratmeter und kostete 355 Euro pro Quadratmeter. So ist nur eine geringe Netto-Mieterhöhung von 4 auf ca. 4,5 Euro pro Quadratmeter monatlich nötig. Die Besichtigung eines Passivhaus-Neubaus in Gutach im Elztal rundete das Programm für zahlreiche Interessenten ab. Architekt des durch runde Formen ins Auge fallenden Gebäudes ist Meinhard Hansen, Freiburg, der zusammen mit Familie Scholz die Besonderheiten und Passivhaus-Prinzipien des erst kürzlich und überraschend kostengünstig erstellten Hauses erläuterte.
Das Samstags-Forum wird fortgesetzt zum Thema Windkraft am 18.11.06 um 11:15 im Hörsaal 1015 Kollegiengebäude 1 der Universität als Gemeinschafts-Veranstaltung von ECOtrinova mit der dem u-asta AK Umwelt, dem Institut für Forstökonomie der Universität, dem Klimabündnis Freiburg sowie 8 weiteren Partnern aus Universität und Vereinen (siehe Gesamt-Programm www.ecotrinova.de). Die MitbürgerInnen sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Zur anschließenden Windkraft-Besichtigung ist verbindliche Anmeldung bis 16.11.erforderlich an ECOtrinova e.V., www.ecotrinova.de, ecotrinova@web.de, oder beim Infopunkt Klima+Umwelt im Treffpunkt Freiburg, Wilhelmstr. 20, T. 0761-767851-5, Fax -3.
Presse-Kontakt:Dr. Georg Löser
Vorsitzender und Leiter Samstags-Forum,
ECOtrinova e.V, VR Freiburg 2551
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