„Energieatlas Südlicher Oberrhein präsentiert"
Großes Marktpotenzial beim Energiesparen in der Region identifiziert
Am heutigen 30. November 2005 hat Verbandsdirektor Dr. Dieter Karlin gemeinsam mit den für die inhaltliche Bearbeitung verantwortlichen Geschäftsführern (Dipl.-Ing. Rainer Schüle sowie Dipl.-Ing. Rigobert Zimpfer) der Energieagentur Regio Freiburg GmbH und der Ortenauer Energieagentur GmbH den nun fertiggestellten „Energieatlas Südlicher Oberrhein“ vorgestellt.
Bei diesem regionalen Energieatlas handelt es sich um das Teilprojekt 1 des im Oktober 2004 bei den regionalen Energieagenturen in Freiburg und Offenburg in Auftrag gegebenen „Regionalen Entwick-lungskonzeptes zur Nutzung regenerativer Energien und zur Reduktion der CO²-Emissionen“.
Der Regionale Energieatlas steht ab sofort in gedruckter Form der Öffentlichkeit zur Verfügung und kann beim Regionalverband Südlicher Oberrhein für 19,50 € zuzüglich Versandkosten (3,00 €) gegen Vorauskasse – Stichwort: „Energieatlas“ – erworben werden. – Bankverbindung: Sparkasse Freiburg Nördlicher Breisgau, Kto.-Nr. 2306214, BLZ 680 501 01 -
Der Regionalverband Südlicher Oberrhein ergänzt mit diesem regionalen Entwicklungskonzept den gesetzlichen Planungsauftrag zur regionalplanerischen Steuerung der Windenergienutzung um Aussagen zu allen erneuerbaren Energiequellen und zur Energieeinsparung. Mit der nun vorliegenden Studie wurden erstmals für die Region die vorhandenen Energie- und Einspar-Potenziale systematisch aufgearbeitet und das realisierbare Marktvolumen abgeschätzt. Deutlich wird dabei, dass die Region ein großes Innovations-potenzial besitzt:
Bei der Umsetzung des identifizierten Marktpotenzials in der Region von insge-samt rund 14 Mrd. € für die Nutzung re-generativer Energien und zur Reduktion der CO2-Emissionen könnten Investitionen von 340 bis 440 Mio. € pro Jahr ausge-löst werden. Im Vergleich zu heute würde dadurch das Marktvolumen in den Berei-chen ‚Wärmeschutz in Gebäuden’ ‚ Heizkesselsanierung’ ‚ Kraft-Wärme-Kopplung’ und ‚Regenerative Energien’ etwa eine Verdrei- bis Vervierfachung erfahren.
Ein verändertes Planungsverständnis hat dazu geführt, dass das klassische Instrumentarium des Regionalplans seit der Novelle des Landesplanungsgesetzes 2001 durch den Einsatz umsetzungsbezogener, maßnahmenorientierter Konzepte ergänzt werden kann. Gezielt sollen damit Impul-se zur Entwicklung der Region oder einzelner Teilräume geleistet werden.
Die Förderung regenerativer Energien sowie die internationalen Ziele zur Reduzierung des CO2-Ausstosses werden über den Auftrag der regionalplanerischen Windenergie-Ausweisung nur zum Teil erreicht. Damit die in der Region in bedeutendem Umfang vorhandenen Möglichkeiten zur Nutzung von Solarkraft, Geothermie oder Biomasse ebenso wie spezifische Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs oder der Einsatz effizienter Energietechnik nicht unberücksichtigt bleiben, macht der Regionalverband Südlicher Oberrhein für diesen Themenbereich „Erneuerbare Energien“ von dem Instrumentarium des Regionalen Entwicklungskonzeptes Gebrauch.
Das Gesamtkonzept ist zweigeteilt: Neben dem Regionalen Energieatlas (1. Teilprojekt) wird im 2. Teilprojekt eine „Langfristige Klimaschutz-Strategie für die Region Südlicher Oberrhein“ erarbeitet.
Im 1. Teilprojekt „Energieatlas Region Südlicher Oberrhein“ stand zunächst die Analyse des Ist-Zustandes im Vordergrund. In diesem Rahmen wurde über eine Umfrage bei 126 Kommunen und 40 Energieversorgern eine Bestandsaufnahme der Energiesituation in der Region Südlicher Oberrhein durchgeführt. Ergebnis ist eine detaillierte Energiebilanz für die Region:
24.000 GWh Energie werden jährlich verbraucht, knapp die Hälfte (45%) von den privaten Haushalten, und dafür jährlich insgesamt rund 1,5 Mrd. € aufgebracht. Im Gesamtdurchschnitt werden ca. 80% des Energieverbrauchs für die Wärmebereitstellung (56% Raumwärme, 20% Prozesswärme und 5% Warmwasser) aufgewendet und nur ca. 20% für die Strombereitstellung.
Der Verbrauchsanteil von Erdgas (36%) ist dabei am größten, gefolgt von Strom (29%) und Erdöl (28% je-doch Tendenz sinkend).
Auffallend ist, dass der überwie-gende Anteil (ca. 83%) des gesamten Nutzenergiebedarfs der Wohngebäude (6.450 GWh/a) in den Gebäuden an-fallen, die vor 1984 und somit ohne Auflagen der Wärmeschutzverordnung von 1984 errichtet wurden.
Derzeit basieren rund 95% der eingesetzten Energieträger auf fossilen Brennstoffen und nur rund 5% auf regenerativen.
Eine Verdoppelung der regenerativen Energieproduktion aus Wasserkraft, Biomasse, Windenergie, Solar- und Photovoltaik sowie Geothermie würde eine kummulierte Investition bis zum Jahr 2010 von ca. 1 Mrd. € in der Region erforderlich machen.
Auf der Basis der nun vorliegenden be-lastbaren Daten soll in dem 2. Teilprojekt bis Ende 2006, gemeinsam mit den kommunalen und regionalen Entscheidungsträgern, eine langfristige Klimaschutzstrategie erarbeitet werden. Dabei werden die Energieagenturen Handlungsmöglichkeiten entwickeln und umsetzungsorientierte Vorschläge für die Realisierung aufzeigen. Die mit den Maßnahmen zu erwartenden CO²-Reduktionen sollen jeweils bilanziert werden. Da u. a. die Nutzung der Biomasse im Vordergrund stehen wird, gibt es eine enge Vernetzung mit den Aufgaben des Öko-Instituts im Rahmen des vom Bundesumweltministerium geförderten Projektes „BioRegio“.
„Mit der Vernetzung unterschiedlicher Ansätze und Projekte werden Fachkompetenzen in der Region gebündelt, gleich-zeitig Doppelarbeiten vermieden und Kosten gespart“, hebt der Verbandsdirektor besonders hervor. Besonders erfreut zeigt sich der Chefplaner über den vergleichsweise geringen Kostenaufwand. Von den Gesamtkosten in Höhe von rd. 140.000 € muss der Regionalverband lediglich 25% aufbringen. Weitere 25% hat das Umweltministerium Baden-Württemberg übernommen, das die Konzeption des Regi-onalverbandes Südlicher Oberrhein als beispielhaft einschätzt. Aufgrund des besonderen innovativen Charakters steuert der Energieversorger badenova die restlichen 50% aus dem dortigen Innovationsfonds ’Klima- und Wasserschutz’ bei.
Mit einem besonderen Dank für diese Sponsoren betonen sowohl der Verbandsvorsitzende Otto Neideck als auch der Verbandsdirektor Dr. Dieter Karlin, dass ohne die erhebliche finanzielle Unterstützung seitens des Umweltministeriums Baden-Württemberg sowie aus dem Innova-tionsfonds ’Klima- und Wasserschutz’ des Energieversorgers badenova dieses für die regionale Ebene pilothafte Projekt nicht hätte realisiert werden können.
„Mit einem eigenen Euro kaufen wir für vier Euro Ideen ein, um die Wertschöp-fung in der Region anzukurbeln – effizienter kann man Regionalentwicklung nicht betreiben“, resümiert Vorsitzender Otto Neideck.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.region-suedlicher-oberrhein.de, Topthema.




