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Beteiligung Freiburgs an bundesweitem Pilotprojekt Energiepass der Deutschen Energieagentur

 

Konkrete Umsetzung am Beispiel eines klassischen Einfamilien-Reiheinhaus in Haslach

Umweltbürgermeisterin Stuchlik: "Mit der Beteiligung an diesem Projekt kann Freiburg seine Erfahrungen in das Gesetzgebungsverfahren auf Bundesebene einbringen. Der Energiepass ist ein wichtiges klimapolitisches Instrument der Zukunft“

Laut dem Freiburger Klimaschutzkonzept entfällt auf die Heizenergie allein ein Drittel der Einsparmöglichkeiten des Energiebereiches. Die Teilnahme am Pilotprojekt Energiepass knüpft an die bisherigen Maßnahmen der Stadt Freiburg zur Einsparungen von Heizenergie an: beginnend mit dem Beschluss zu Niedrigenergiebauweise vor 11 Jahren, dann fortgesetzt vor 4 Jahren mit der Beteiligung bei der Energieagentur Regio Freiburg und im vergangenen Jahr mit dem Förderprogramm "Wärmeschutz im Altbau“.

 

Ende vergangenen Jahres startete das bundesweit einjährige Pilotprojekt zum so genannten Energiepass, bei dem unter anderem die Stadt Freiburg von der Deutschen Energie Agentur (dena) ausgewählt wurde. Anders als bei Autos und Haushaltsgeräten gibt es bisher keine objektiven Informationen zum Energiebedarf von Immobilien.

 

Ab dem Jahr 2006 soll dies anders werden: Nach der Umsetzung der EU-Richtlinie "Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden" wird die Erstellung von Energieausweisen auch nach bundesdeutschem Recht bereits beim ersten Mieter- oder Eigentümerwechsel für alle Wohngebäude zur Pflicht. Das Projekt der Deutschen Energieagentur dient dazu, die Rahmenbedingungen und das Verfahren für die entsprechenden Regelungen auf Bundesebene zu definieren. Der jetzt erprobte Energiepass ermittelt den Energiebedarf von Gebäuden und ordnet die Gebäude in Energieeffizienzklassen A bis I und gibt damit Auskunft über die Wärmeverluste eines Gebäudes. "Mit der Beteiligung an diesem Projekt kann Freiburg seine Erfahrungen in das Gesetzgebungsverfahren auf Bundesebene einbringen. Der Energiepass ist ein wichtiges klimapolitisches Instrument der Zukunft“, so Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik bei der Besichtigung des bewerteten Gebäudes. "Der Energiepass ist zugleich aber auch Marketinginstrument für den energiesparenden Wohnungsbau“, Stuchlik weiter.

 

Das jetzt der Presse vorgestellte Gebäude ist ein typisches Einfamilien-Reihenhaus in Haslach, das bereits mit einem Energiepass bewertet wurde. Die Energieagentur Regio Freiburg, die das Gebäude als Energieberater betreut, bewertete das im Jahr 1963 gebaute Reihenhaus in die Energieeffizienzklasse E. Vor der Bewertung mittels des Energiepasses planten die Besitzer lediglich die 24 Jahre alte Gasheizung zu sanieren sowie eine neue zentrale Wasserversorgung zu installieren und die zugigen Fenster, die größtenteils noch aus dem Baujahr des Gebäudes stammen, auszutauschen.

Nach der Beratung werden die Besitzer jetzt zusätzlich das Dach und den Keller neu zu dämmen. Das bisher kaum gedämmte Dach wurde bereits in Eigenleistung für die Renovierung vorbereitet. Das Dach machte immerhin ein Viertel der Wärmeverluste der Gebäudehülle aus. Auch die neu geplante Kellerdämmung trägt erheblich zur Verbesserung der Energiekennzahl von der bisher altbautypischen Klasse E zur neubautypischen Klasse C bei. Unklar ist, ob eine Fassadendämmung hinzukommt. Falls sich die Besitzer noch dazu entschließen, sind sie mit der Energieklasse B in der zweitbesten Kategorie; dies ist für einen Altbau ein sehr guter Wert.

 

Dieses typische Einfamilien-Reihenhaus ist nur eines der bisher bewerteten Gebäude in Freiburg. Es wurden inzwischen 10 Energiepässe fertiggestellt, 15 in Bearbeitung und 52 in Akquise. Von der Stadtbau läuft derzeit eine Ausschreibung von Energiepässen für 400 Wohnungen. Bei der Teilnahme an dem einjährigen Feldversuch können Gebäudebesitzer bereits jetzt schon Erfahrungen mit dem bald verbindlich vorgeschriebenen Energiepass sammeln. So können mit dem Energiepass für Gebäude schon beim Kauf, Bau oder Anmietung der Energiebedarf und die damit verbundenen Kosten einer Immobilie abgeschätzt werden. Wohnungsunternehmen können ihren Bestand energetisch "durchleuchten“ und erhalten so wichtige Entscheidungskriterien für die Instandsetzungs- und Modernisierungsplanung sowie den Verkauf von Objekten. Ein im Energiepass integrierter "Modernisierungs-Berater“ zeigt, mit welchen Modernisierungsmaßnahmen welche Energieklasse erreicht werden kann. Mieter und Verbraucher können mit dem Energielabel einfach erkennen, ob sie mit hohen oder niedrigen Energiekosten rechnen müssen. Dies ermöglicht den Vergleich verschiedener Objekte und ist damit eine Entscheidungshilfe bei der Wohnungs- oder Haussuche.

 

© Stadt Freiburg, Presse und Informationsamt