Baden-Württemberg bezuschusst energetische Sanierungen bei Wohnungseigentümergemeinschaften

 

Die L-Bank übernimmt seit Jahresbeginn drei Prozent der Sanierungskosten bei Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGen) mit einem ergänzenden Zuschuss. Die Kreditkonditionen für WEGen mit einem Zinssatz von 0 % werden damit noch einmal verbessert.

Das Land Baden-Württemberg ist Vorreiter bei der energetischen Sanierung von Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGen). Über die landeseigene L-Bank erhalten WEGen bereits seit 2012 Kredite für ihre Sanierung zu einem Zinssatz von 0%. Zum Jahresbeginn hat die L-Bank jetzt erneut nachgelegt: Wenn durch die Sanierung ein KfW-Effizienzhausstandard erreicht oder ein Sanierungsfahrplan erstellt wird, erhalten WEGen einen zusätzlichen Zuschuss in Höhe von drei Prozent.

Eine Wohnungseigentümergemeinschaft bildet meist Hausgeld-Rücklagen, um damit die Instandhaltung und anfallende Reparaturen zu finanzieren. Für eine energetische Sanierung oder einen altersgerechten Umbau reicht diese Rücklage häufig nicht aus. Dann beschließt die WEG üblicherweise eine Sonderumlage. Können Wohnungseigentümer das nötige Geld dafür nicht aufbringen, lehnen sie die Sonderumlage und damit auch die Sanierung ab. Will man die Maßnahme dennoch umsetzen, bietet es sich in diesen Fällen an, auf Förderkredite zurückzugreifen. Früher war dies eine sehr hohe Hürde, denn jedes Mitglied einer WEG musste eine aufwändige Bankprüfung über sich ergehen lassen. Das Land Baden-Württemberg hat WEGen den Zugang zu Förderkrediten in den vergangenen Jahren extrem vereinfacht. Bei der landeseigenen L-Bank können sie gemeinsame Kredite, sogenannte Verbandskredite, beantragen. Der große Vorteil: Kann ein Wohnungseigentümer die finanzielle Belastung nicht mehr stemmen, bürgt das Land für den ausgefallenen Kredit. Dadurch können WEGen in Baden-Württemberg auf die zinsgünstigen Förderprogramme der KfW zugreifen. „Zusätzlich vergünstigt das Land die Verzinsung gegenüber den Angeboten der KfW nochmals und bietet eine Finanzierung mit 0,0 % p.a. für 10 Jahre“, so Dr. Eckart Meyberg, Ministerialrat im Finanz- und Wirtschaftsministerium. Seit Jahresbeginn ist das Angebot für WEGen noch einmal attraktiver geworden. „Ab 2015 wird die Erreichung eines KfW-Effizienzhausstandards oder die Erstellung eines sogenannten Sanierungsfahrplans zusätzlich durch einen Vorabzuschuss in Höhe von 3 % des zu berücksichtigenden Finanzierungsbedarfs honoriert.“

Was heißt das konkret? Hier ein mögliches Beispiel: Eine Wohnungseigentümergemeinschaft möchte eine Sanierungsmaßnahme in Höhe von 100.000 Euro in Angriff nehmen, z.B. die Dämmung von Dach, Wand oder Kellerdecke oder die Erneuerung der Heizungsanlage. Voraussetzung ist zunächst, dass die WEG einen Eigenanteil von zehn Prozent, in diesem Falle also 10.000 Euro, einbringt. Die restlichen Kosten von 90.000 Euro können dann über einen Förderkredit bei der L-Bank mit 0 Prozent Zinsen über 10 Jahre abgedeckt werden. Wird vor der Sanierung ein Sanierungsfahrplan erstellt, erhält die WEG einen Zuschuss von 3.000 Euro, muss in der Summe also nur 97.000 Euro finanzieren und spart 3.000 Euro der Sanierungskosten. Je nach Sanierungsstandard stellt die KfW weitere attraktive Tilgungszuschüsse von bis zu 22,5 Prozent bereit.

Vom Start des L-Bank Förderprogramms für WEGen im April 2012 bis Ende 2014 wurden bereits über 5.800 Wohneinheiten im Ländle mit einem Darlehensvolumen von 43,1 Millionen Euro gefördert. Das Programm ist so erfolgreich, dass auch andere Bundesländer hellhörig geworden sind. „Erst kürzlich wurden hierzu Gespräche mit Vertretern aus Rheinland-Pfalz geführt, aus Hessen liegt auch bereits eine Anfrage vor“, so Dr. Meyberg. „So wird zusammen mit Bremen und dem Saarland, die ähnliche Angebote schon auf den Weg gebracht haben, den Wohnungseigentümergemeinschaften in immer mehr Ländern eine unkomplizierte, attraktive Finanzierungsperspektive geboten.“

Die L-Bank rät Energieberatern, Hausverwaltern und Wohnungseigentümern, sich bereits vor Antragsstellung mit dem Projekt vorzustellen. Dies verhindere mögliche Verzögerungen bei der Bearbeitung und ermögliche eine bessere Vorbereitung des Sanierungsbeschlusses in der Eigentümerversammlung. Ansprechpartner ist Herr Dennis Kastner, Tel.: 0721/1501621, E-Mail: dennis.kastner@l-bank.de.

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